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Starportraits: Stanley Kubrick - Meister der Regie

 

Die Arbeit mit ihm war nicht einfach: Stanley Kubrick marterte Cast und Crew seiner Filme durch obsessiven Perfektionismus. Kritiker und Publikum feierten seine visionären und unkonventionellen Werke. Sein bekanntester Streifen "2001 - Odyssee im Weltraum" gilt als Meilenstein der Filmgeschichte - und ist jetzt wieder im Kino.

Als Stanley Kubrick vor zwei Jähren starb, hinterließ er der Filmwelt eine Handvoll zum Teil provokativer Meisterwerke. Seine Filmographie weist eine breite Vielfalt von Stilen und Genres auf, vom "Sandalenfilm" über die schwarze Komödie bis zum Horrorstreifen. Kubrick nahm sich die Freiheit, fern vom Establishment und den Medien zu arbeiten. Keinem Studio erlaubte er, Einfluss auf seine künstlerische Gestaltungsfreiheit zu nehmen.

Stanley Kubrick

Von der Fotografie zum Film

Kubrick wurde 1928 in der New Yorker Bronx geboren. Zum dreizehnten Geburtstag bekam er einen Fotoapparat geschenkt – ein Auslöser für seine spätere Filmkarriere. Schon als Schüler verkaufte er seine ersten Fotos an das "Look''-Magazin, mit 17 erhielt er eine Festanstellung. "Sie nahmen mich aus Mitleid", behauptete er. Wenn er nicht gerade fotografierte oder (gegen Bezahlung) Schach spielte, schlug er sich die Nächte in Filmvorführungen um die Ohren. 1950 kratzte er seine Ersparnisse zusammen und produzierte den Dokumentarfilm "Day of the Fight" über den Boxer Walter Cartier. Nach dem Motto "learning by doing" fungierte er dabei als Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann und Tontechniker.

Vom Flop zum Oscar

Sein erster größerer Film, die Kriegsstory "Fear and Desire", floppte. Noch Jahrzehnte später kämpfte der Perfektionist Kubrick gegen eine Aufführung des Films. Doch seine nächsten Streifen "Der Tiger von New York" und "Die Rechnung ging nicht auf" machten Hollywood auf den Newcomer aufmerksam: Kirk Douglas setzte sich dafür ein, dass er den Anti-Kriegsfilm "Wege zum Ruhm" drehen durfte, mit dem er sich als ernst zu nehmender Regisseur etablierte. Mit seinem Nachfolgeprojekt "Spartacus" - in den Hauptrollen Kirk Douglas, Laurence Olivier und Tony Curtis - gewann er den Oscar für den "besten Film". Auch seine bissige Kalter-Krieg-Satire "Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" wurde für mehrere Oscars nominiert.

Gewalt und sexuelle Obsessionen

Mit "2001 - Odyssee im Weltraum" setzte sich Kubrick sein eigenes Denkmal. Der Film gilt als einer der besten Streifen, der je gedreht wurde - das Werk ist jetzt wieder im Kino zu sehen. Eine besonders scharfe Kontroverse löste Kubrick wenig später mit seiner gewalttätigen Gesellschaftssatire "Clockwork Orange" aus, die in England zu Verbrechen führte, die von dem Film inspiriert waren. Malcolm McDowell spielte dabei die Hauptrolle im totalitären London der Zukunft.

Nach der Stephen King-Verfilmung "Shining" brachte Kubrick nach langer Vorbereitungszeit ein weiteres Meisterwerk in die Kinos: "Full Metal Jacket" handelt von den Schrecken des Vietnam-Krieges und der Brutalität der Ausbildung zu US-Marines. Erst kurz vor seinem Tod Anfang 1999 legte Kubrick seinen letzten Film vor – die Öffentlichkeit hatte er bis zuletzt über das Projekt im Dunkeln gelassen. Tom Cruise und Nicole Kidman standen in "Eyes Wide Shut" für ein Spiel mit sexuellen Obsessionen gemeinsam vor der Kamera. Am Ende des Films bleiben sie trotz durchlebter Krise ein Paar - ganz anders als im wahren Leben.

© Oliver Gerhard

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