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Starportraits: John Malkovich - Schauspielgenie mit dämonischem Touch

 

Eiskalt, zynisch und intrigant - seine Darstellung des Vicomte de Valmont in „Gefährliche Liebschaften" machte John Malkovich berühmt. Die Rolle des Bösen, Psychopaten und Fieslings zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch  seine Filmographie. Jetzt kommt Malkovich in der Proust-Verfilmung "Die wiedergefundene Zeit" wieder ins Kino.

Kritiker, Filmfans und Theatergänger sind sich einig: John Malkovich ist ein Schauspielgenie. Den Star selbst läßt das Lob kalt: „Talent ist nichts, wessen man sich geschmeichelt fühlen muss. Wenn ich ein Automechaniker wäre, würde ich eine ganz schön dämliche Figur abgeben."

John Malkovich

Vom "Mad dog" zum Schauspieler

Als Kind ein Außenseiter, wurde klein Johnny von seiner Familie immer ausgesperrt, wenn er einen seiner gefürchteten Wutanfälle hatte. „Mad dog, mad dog", hänselten ihn seine Geschwister dann durchs Fenster. Als Pummelchen hatte er es auch bei den Mitschülern nicht leicht. Mit einem selbst auferlegten Diätprogramm trainierte er sich deshalb innerhalb von zehn Wochen siebzig Pfund ab.
Nach der Schule sollte Malkovich die Laufbahn seines Vaters als Redakteur einer ökologischen Zeitschrift einschlagen. Doch die Schaupielschülerinnen und vor allem deren Studienfach an der Uni lenkten den Biologiestudenten schnell ab - er schwenkte um auf die Schauspielerei.

Vom Theater auf die Große Leinwand

Mit seinem Freund Gary Sinise gründete Malkovich 1976 in Chicago das experimentelle  „Steppenwolf Theatre". Innerhalb von sechs Jahren spielte er in über 50 Produktionen, Geld verdiente er nebenbei als Buchhändler, Tellerwäscher und Busfahrer. Erste Lorbeeren erwarb er sich gemeinsam mit Dustin Hoffmann am Broadway in „Tod eines Handlungsreisenden".Erst spät begann Malkovichs Filmkarriere. Nach einer Rolle in „Killing Fields" wurde er für seinen Auftritt in „Ein Platz im Herzen" 1985 für den Oscar nominiert. Doch der Durchbruch kam mit „Gefährliche Liebschaften". Der Filmtitel gewann eine doppelte Bedeutung: Malkovichs Affäre mit Filmpartnerin Michelle Pfeiffer kostete ihn seine Ehe. 

In Malkovichs Gehirn

Auf der Leinwand setzte sich seine Erfolgsserie fort. Fieslinge vom Fließband: Als Psychopath in „In the Line of Fire" von und mit Clint Eastwood, als Ausbrecher in „Con Air" oder als Jekyll & Hyde in „Mary Reilly". Jede freie Minute ohne Dreh steht Malkovich mit seiner alten Truppe auf der Theaterbühne - da bleibt nicht viel Zeit für seine Freundin Nicoletta Peyran und ihre Kinder. Tausend Klone von Malkovich gab es vor einem Jahr in „Being John Malkovich" zu sehen - in dessen Unterbewusstsein. In dem verrückten Indiestreifen findet John Cusack eine Tür zu Malkovichs Gehirn und nimmt Eintritt für einen Besuch - Malkovich zeigte sich dabei als Star, der über sich selbst lachen kann. Auch in seinem neuesten Film "Die wiedergefundene Zeit" sieht man ihn neben Catherine Deneuve in ungewohnter Rolle: als homosexueller Dandy.

© Oliver Gerhard

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